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„Ich komme ja sonst nicht zum Einkaufen.“
Malteser Service

(Initiative der Malteser, 2025)

Lene Reimers mit Armband

Einkauf-Service für Seniorinnen

„Ich komme ja sonst nicht zum Einkaufen.“ Ilse Mohr aus Bullenkuhlen, 91, lädt Milch und Sahne in ihren Einkaufswagen. In Bullenkuhlen gebe es „keinen Bus, keine Bahn, nix.“ Ab und zu, bei schönem Wetter, fährt Mohr mit dem Fahrrad nach Barmstedt. Bei Bedarf fahren ihre Nachbarn sie: „Aber ich muss immer fragen.“ Bei den Maltesern braucht sie nicht zu fragen, alle 14 Tage kommt der Kleinbus vor ihre Haustür, lädt sie ein, bringt sie zum Laden und mit ihren Einkäufen wieder zurück nach Hause.
Der Service, den Ilse Mohr nutzt, heißt „Mobiler Einkaufswagen“ und wird von den Barmstedter Maltesern angeboten. Sie begleiten Senioren kostenlos zum Einkaufen. Drei verschiedene Touren bieten die sieben ehrenamtlichen Helfer an, die jeweils alle 14 Tage starten. Heute fahren Susanne Herrmann und Sibylle Neumann-Mross den Transporter. Der ist groß genug, dass auch Rollatoren darin Platz finden.
Sie laden in Barmstedt drei Seniorinnen ein, dann fahren sie über Hemdingen und Bullenkuhlen und holen zwei weitere Damen ab. Ziel ist das Einkaufszentrum an der Elmshorner Peripherie, das A-23-Center. Hier finden sie vieles konzentriert, was die alten Leute brauchen: Discounter, Supermarkt, Apotheke, Optiker, Elektromarkt. Und bei Bedarf fährt der Transporter noch beim Pflanzencenter vorbei.
Der Kleinbus hält auf einem der Behinderten-Parkplätze. Während Sibylle Neumann-Mross beim Aussteigen hilft, holt Susanne Herrmann fünf Einkaufswagen. Jede Seniorin nimmt sich einen, und schon verteilen sie sich.
Ilsedore Clasen aus Hemdingen , 77, steht vor einer Kühlvitrine. „Ich esse ja immer gern Feldsalat“, sie sucht eine passende Tüte. Ihren Führerschein musste sie abgeben, weil sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fahren konnte. Ihre Kinder fahren auch mit ihr zum Einkaufen, aber bei den Maltesern „hat man mehr Ruhe. Die Kinder stehen doch hinter einem.“. Clasen nutzt den Service seit dem vergangenen Herbst. „Das möchte ich nicht mehr missen“, sagt sie. „Das bringt mir Spaß.“
Nach dem Einkaufen wird zusammen Kaffee getrunken oder es geht zum Mittagessen. Die Gespräche in dieser Runde sind für Fahrerin Sibylle Neumann-Mross das, „was man als Ehrenamtler zurückbekommt“. Sie bekomme mündliche Zeitdokumente zu hören. „Was die Leute alles erlebt haben“, das beeindruckt sie.
Das Projekt der Malteser soll neben der praktischen Alltagshilfe gegen Alterseinsamkeit helfen. „Im Haus bin ich allein“, erzählt Ilse Mohr. Und damit ist sie nicht die einzige.
Die Einkaufstouren sind alle ausgebucht. Die dritte kam im vergangenen Mai dazu und war „gleich voll“, berichtet Susanne Herrmann. „Es gibt Bedarf nach mehr Touren.“ Es fehlt allerdings an Fahrern. Die sitzen alle 14 Tage im Transporter; normalerweise sind mittags alle wieder zu Hause, aber die Runde kann auch mal bis 15 Uhr dauern.
Die Seniorinnen – es sind auch einige wenige Männer dabei, die sind durchweg alleinstehend, berichtet Sibylle Neumann-Mross – müssen halbwegs mobil sein, um mitzufahren. Für einen Rollstuhl ist kein Platz im Kleinbus. Sie müssen die Wege in den Geschäften bewältigen und sich zurecht finden. Neumann-Mross kommt aus der Geriatrie und weiß: „Das ist richtig fordernd.“ Mittags sind alle geschafft.

Lene Reimers mit Armband

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